Judo in Werdau - Geschichte

Judosport in Werdau seit 1952...

Wer hatte die Idee Judo in Werdau zu trainieren, wer leitete den Verein über die Jahrzehnte?

Wenn in einer Stadt wie Werdau nun schon 50 Jahre Judobetrieben wird, muss man schon darüber nachdenken wie alles begonnen hat und wer für die ersten Schritte verantwortlich ist. Ende 1952 wares der Abiturient Egon Steffl und sein Partner Wolfgang Schneider, die sich mit der noch sehr jungen Sportart Judo in der DDR beschäftigten. Ein Jahr später wurde Egon Steffl hauptamtlicher Sportwart in der BSG Lokomotive Werdau, er war verantwortlich für die Sportarten Geräteturnen, Leichtathletik, Volleyball und Judo. Um die Sportart Judo weiter vermitteln zu können, besuchte er einen Übungsleiterlehrgang in Halberstadt. Dies war eine Sportschule der Reichsbahn. Den Lehrgang leitete der Leipziger und schon damals Dan-Träger Sportfreund Kurt Jahn. Die ersten Trainingsstunden fanden dann im Jugendclubhaus Werdau, mit etwa 20 neugierigen Sportlern statt. Es war natürlich noch keine Judomatte vorhanden. Man trainierte auf einem Läufer, der als Unterlage für die Turner diente. Finanzen waren aber auch damals schon knapp und so wurde der hauptamtliche Sportwartwieder eingespart. Begründet wurde diese Stellenstreichung mit den nicht erreichten 350 Mitgliedern in der BSG Lokomotive Werdau. Und somit endete das erste Kapitel Judo. Doch der Anfang war gemacht, man trainierte trotzdem weiter. 1954 wurde dann die Sektion Judo in der BSG Lokomotive gegründet und es war damals die 14. in der DDR. Damaliger BSG Leiter Sportfreund Albert Heinke ernannte Siegfried Luxals Sektionsleiter.

Der Anfang war nicht leicht, denn es gab ziemlich schwierige Richtlinien für den Judokampfsport. Kinder unter 14 Jahre durften nicht Mitglied werden, für Jugendliche bis 17 Jahre gab es keine Wettkampftätigkeit. So entwickelte sich der Kampfsport im Männerbereich auch nurzögerlich. Schwierig gestalteten sich die Trainingszeiten in den Turnhallen. Nach dem die Sektion eine eigene Judomatte kaufen konnte, war es ein Problem eine Schulturnhalle zufinden in der diese Matten auch gelagert werden durften. Die Diesterwegschule wurde dann über viele Jahre unser Dojo. Trainiert wurde auf der Bühne, und es kam dann schon mal vor, dass ein Judoka im Eifer des Kampfes von der ein Meter hohen Bühne herunter fiel. Im Laufe der nächsten Jahre wechselten aus Altersgründen der BSG Leiter, es kam Sportfreund Mittreuther. Ab dem Jahr 1960 bis in die heutige Zeit entwickelte sich die Sektion Judo zu einer kampfstarken Gemeinschaft. Es wurde nicht nurtrainiert sondern auch viele Turniere durchgeführt und besucht. Die Judokas machten in der BSG Lok auf sich aufmerksam. Man bekam etwas großzügiger Freifahrtsscheine oder auch finanzielle Zuwendungen. Nach der Diesterwegschule trainierten wir in der Pestalozzischule. Hier war die Gefahr von der Bühne zu fallen nicht mehr gegeben. Durch die berufliche Tätigkeit als Lok-Führer und die außergewöhnlichen Arbeitszeiten musste Siegfried Lux das Amtdes Sektionsleiter’s 1972 abgeben. Neuer Sektionsleiter wurde Gottfried Heidel. In all den Jahren war Sportfreund Werner Kaufmann, ein treuer und zuverlässiger Kassenwart. Bei allen sportlichen Erfolgen und ehrenamtlicher Bereitschaft der Übungsleiter und Sportler, gab es immer wieder Schwierigkeiten mit der Schulleitung und den Sportlehrern wegen der Trainingszeiten. Noch größere Probleme wurden uns durch die Hausmeister gemacht, siehatten eine besondere Stellung, oft entschieden sie ob trainiert werden durfte oder nicht. Es kam es an der Spitze der BSG zum Wechsel. Neuer Vorsitzender wurde Bert Stein grüber. Auch der Leiter der Sektion wurde 1986 neu gewählt. Vorsitzender wurde Rolf Müller und die Finanzen wurden Herrn Schneider übertragen. Der bauliche Zustand der Turnhalle an der Pestalozzischule wurde immer schwieriger (defekte Heizung, kaputtes Dach dadurchWassereinbrüche, das Parkett ging in die Höhe, die Tatami begann zumodern). So wurde die nächste Trainingshalle die Turnhalle Friesen und ein Trainingsraum in der gewerblichen Berufsschule. Herr Simon, damaliger Stadtrat für Kultur und Sport, setzte sich dann für den Umbau der Kammerlichtspiele als Schwerathletikhalle ein. Erst zu diesem Zeitpunkt konnte man von einer niveauvollen Trainingsstätte für die Kampfsportarten Ringen, Judo und Boxen sprechen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands kam es auch zu Strukturveränderungen in der BSG Lokomotive. Die Reichsbahndirektion Dresden hatte kein Interesse unsere Sektion mit 90 Nachwuchssportlern weiter zu unterstützen, mit der Begründung, dass unter den Mitgliedern zu wenig Mitarbeiter der Deutschen Bahn seien. Nun musste eine Lösung gefunden werden, schließt man sich einem anderen Verein an, oder gründet man einen selbständigen Judoverein. Der Vorstand und seine Mitglieder entschiedensich für einen selbständigen Judoverein. Soentstand 1993 der Judosportverein Werdau. Den Vorstand bilden seit dem die Sportfreunde Rolf Müller (Vorsitzender), Heiko Köcher (stellvertretender Vorsitzender), Anette Müller (Schatzmeisterin), Jörg Preuschoff (Schriftführer), Uwe Hillbrecht (Trainer) und Erich Preuschoff (Trainer). Das Training findet auch weiterhin in der Schwerathletikhalle statt und seit dem Neubau des Koberbachzentrums auch dort. Dass wir auch weiterhin optimal diesen Sport betreiben können, ermöglicht uns die Stadtverwaltung und die Stadträte von Werdau. Die Förderung des Sports und vor allem im Kinder- und Jugendbereich ist ihnen sehr wichtig und hat einen hohen Stellenwert.